Monatsarchiv für März 2008

Typisk Sverige (8): Hjortron

Sonntag, den 30. März 2008

Hjortron, zu deutsch Moltebeere, ist eine sehr seltene Beere, die meist nur in Nordskandinavien und Kanada vorkommt. Sie wächst in der Wildnis Lapplands und ist schwer zu kultivieren. In Schweden wird sie meist zu Marmelade verarbeitet, da die rohen Früchte recht bitter sind. Aber auch als Schnaps, für Essig oder als Süßspeise wird sie verwendet. Aufgrund ihrere Seltenheit und der hohen Nachfrage sind die Beeren und damit die darauf basierenden Lebensmittel sehr teuer sind. Ein mittleres Glas Hjortron-Sylt (Marmelade) kostet normalerweise zwischen 4 und 7 Euro. Die Marmelade schmeckt etwas herb bis bitter, aber sehr fruchtig.

Hjortron Marmelade

Ausstellungstipp: Chili, Teufelsdreck und Safran

Donnerstag, den 20. März 2008

Wir waren gestern in der Ausstellung “Chili, Teufelsdreck und Safran. Zur Kulturgeschichte der Gewürze” in Haus Berliner Stadtbibliothek in Mitte. Eine sehr umfangreiche und informative Ausstellung, die noch bis zum 29.3.2008 im Foyer der Bibliothek zu sehen ist (Achtung über die Osterfeiertage ist diese geschlossen) und  kostenlos besucht werden kann. Man sollte sich jedoch etwas Zeit mitnehmen und zwischendurch auch mal Pause machen. Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus 66 Tafelwänden auf denen Texte und Bilder über Ursprung, Geschichte, Wirkung und aktuelle Verwendung der einzelnen Gewürze stehen. Darüber hinaus sind auch viele der Gewürze in kleinen Plexiglaskästen dargestellt, die leider so sehr verschlossen sind, dass man die Gewürze kaum riechen kann. Einige der etwas gebräuchlicheren Gewürze sind auch in größeren Boxen zum Anfassen und Riechen ausgestellt.

Mein Hauptkritikpunkt an der Ausstellung ist, dass wenn sich der Text zu einem Gewürz über mehrere der inhaltlich und optisch gut gestalteten Tafel hinzog, diese oft von links nach rechts, manchmal aber auch von rechts nach links angeordnet waren. Außerdem hätten ruhig mehr Gewürze zum Anfassen und Riechen vorhanden sein können, statt nur in den kleinen Plexiglaskästen. Die meisten der offenen Gewürze hat man halt doch schon einmal gesehen. Der Text und die Bilder dominieren so die Ausstellung und ohne Pause merkt man, wie bald die Konzentration schwindet. Da es allerdings eine kostenlose Ausstellung ist, halte ich das für verzeihlich. Wer sich also für Gewürze interessiert oder schon immer mal wissen wollte, wo der Unterschied zwischen schwarzen, rotem, grünen oder weißem Pfeffer liegt bzw. was es mit dem Muskat-Massaker auf sich hat, dem sei diese Ausstellung empfohlen.

Filmkritik: No Country For Old Men

Mittwoch, den 19. März 2008

Ich war letzte Woche im Kino und habe mir „No Country For Old Men“ angeschaut, den neuen Film der Coen-Brüder („The Big Lebowski“ und „O Brother, Where Art Thou?“). Der Film war für 8 Oscars nominiert und hat 4 davon gewonnen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch und vollkommen gerechtfertigt Bester Nebendarsteller für Javier Bardem).

Wem dieser Film nichts sagt, hier eine kurze Handlungszusammenfassung: Im Texas der Siebziger Jahre findet der Frühpensionär Llewelyn Moss beim Jagen die Überreste eines geplatzten Drogendeals: Zerschossene Autos, die Leichen beider beteiligter Parteien und einen Koffer mit 2 Millionen Dollar. Diesen Koffer nimmt er mit (wer würde das auch nicht tun?) doch damit fangen die Probleme erst an. Zum einen ist die mexikanische Drogenmafia hinter dem Geld her, zum anderen, und das ist noch viel schlimmer für unsere Hauptperson, möchte auch der psychopatische Killer Anton Chigurh den Koffer an sich nehmen. Das Ganze entwickelt sich also zu einem perfiden Katz-und-Maus-Spiel zwischen zwei nicht ebenbürtigen Gegnern im Verlauf dessen eine Menge Blut vergossen wird. Der alternde Sheriff Ed Tom Bell, gespielt von Tommy Lee Jones, erkennt wie die Ereignisse zusammen hängen und versucht Moss aus der Situation zu retten.

Alles in allem ein filmisches Meisterwerk, was bis zum Ende spannend bleibt. Bardem spielt den psychopatischen Killer so überzeugend, dass er einem von der ersten Szene an einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Hinzu kommt Tommy Lee Jones, der bei seinem Charakter trotz dessen Berufsmüdigkeit immer mal wieder eine Men-In-Black-artige Coolness durchschauen lässt, sowie ein leider viel zu kurzer Kurzauftritt von Woody Harrelson. Einige von der Handlung losgelöste Szenen, über die Familiengeschichte des Sheriffs Bell verleihen dem Film ansatzweise etwas David-Lynch-haftes, das man mögen kann oder nicht und was sicherlich auch von der eigenen Einstellung gegenüber den Lynch-Filmen abhängt. Auch wenn dieser Film viel zu plötzlich zu Ende ist und damit noch einige Fragen offen lässt, so stellt sich doch einige Zeit später das zufriedene Gefühl eines guten Films ein. Bei diesem Film hat es übrigens auch nicht geschadet, dass ich in der 4. Reihe saß, denn die schönen Panoramaaufnahmen der texanischen Wüste wirkten dadurch um so beeindruckender, auch wenn es die 6. Reihe sicherlich auch getan hätte.

Happy Pi-Day

Freitag, den 14. März 2008

Für alle die es nicht wissen: Heute ist der Pi-Tag. Der Tag zur Würdigung der großartigen Zahl π, also
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Simpsons Pi(e)
© Twentieth Century Fox

Wer sich nun fragt, warum ausgerechnet heute der Pi-Tag ist, dem seit erklärt, dass heute der 14. März ist. Nach amerikanischer Schreibweise also der 3/14, was an 3,14 erinnert. Anlässlich dieses Tages habe ich mal einige Kleinigkeiten für euch zusammengesucht.

  • Als erstes natürlich noch einmal eine genauere Erläuterung, was der Pi-Tag ist.
  • Nun “A Tribute to Pi“, eine Video zu Ehren der Zahl.
  • Dann noch die Pi-Search, wo man Pi entweder nach bestimmten Zahlenfolgen durchsuchen kann und dann die Nachkommastelle des ersten Treffers zurück bekommt oder man sich eine bestimmte Anzahl von Nachkommastellen ab einer bestimmten Stelle ausgeben kann. Wieso sollte man sich auch nicht eine 8-stellige Telefonnummer merken, indem man sich die 9-stellige Position der Nummer in Pi merken?
  • Und als letzte, auch wenn es nicht ganz zu Pi gehört, wollte ich an dieser Stelle auch noch einmal auf Andrew Nestler’s Guide to Mathematics and Mathematicians on The Simpsons hinweisen. Dort gibt es eine Übersicht über alle mathematischen Referenzen in den Simpsons und natürlich gibt es auch viele Anspielungen auf Pi: “Pi is exactly three!”.

In diesem Sinne: Happy π-Day, everybody!

Homepage Sektion: Code

Montag, den 10. März 2008

Da ich im Laufe der letzten Monate verschiedene kleine Programmierprojekte an verschiedenen Orten veröffentlicht habe, habe ich mich entschieden einen neuen Bereich für meine Homepage zu erstellen, wo ich all meine veröffentlichten Programme, Scripte und Codeschnipsel zusammentrage. Zu den meisten dieser Programme habe ich Extraseiten erstellt, mit Featurelisten, Versionsübersicht, Screenshots und Ideen für zukünftige Ideen. All das ist in dem neuen Bereich Code zu finden. Im Laufe der Zeit werde ich sicherlich noch andere Sachen dort hinzufügen. Ab und zu vorbei schauen, lohnt sich also.

In eigener Sache: Google Analytics

Mittwoch, den 5. März 2008

Seit kurzem nutze ich Google Analytics zur statistischen Auswertung meiner Homepage und dieses Blogs. Um die Statistiken erstellen zu können speichert Google einen Cookie bei dem Besucher. Ich wollte nur darauf hinweisen, da es sein kann, dass dies einigen etwas suspekt ist, da Google ja bereits eine recht große Marktmacht hat. Ich habe vollstes Verständnis für solche Sorgen. Wem es so geht, dem empfehle ich das Firefox Add-on NoScript. Damit wird der Scriptcode von Google nicht ausgeführt und keine Informationen an Google gesendet. Alternativ kann man auch Cookies deaktivieren, das zu keiner all zu großen Beeinträchtigung dieser Seite führen sollte.

Den gesamten Text, was Google genau speichert und verarbeitet, den ich laut Lizenzvereinbarung auf meiner Homepage veröffentlichen soll, findet ihr hier: http://www.davidfichtmueller.de/privatssphaere.html

Typisk Sverige (7): Vasaloppet

Mittwoch, den 5. März 2008

Der Wasa-Lauf (Vasaloppet) ist eine jährliche Ski-Langlaufveranstaltung und eines der größten Sportevents Schwedens. Der große Auftaktslauf ist immer am ersten Märzwochenende und ist 90 km lang. Er verläuft in der Region Dalarna zwischen den Städten Mora und Sälen. In der darauffolgenden Woche finden noch weitere Variationen des Laufes statt, z.B. einen für die halbe Strecke oder einen für Kinder.

Der Wasalauf geht zurück auf das Jahr 1521, als Schweden in einer Union mit Dänemark stand und von dem dänischen König Kristian II. beherrscht wurde.  Ein gewisser Gustav Eriksson Vasa rief damals zum Widerstand gegen den König auf. Er wurde festgenommen, konnte jedoch fliehen. Auf seiner Flucht kam er durch Mora, wo er versuchte die Bewohner gegen den König aufzuwiegeln. Da diese jedoch skeptisch waren und dem König treu bleiben wollten, musste Gustav Vasa erneut fliehen, um nicht von den Bewohnern des Dorfes ausgeliefert zu werden. Er lief auf Skier davon und flüchtete Richtung Norwegen. Nach einer Weile überlegten es sich die Bewohner jedoch und sich ihm anschließen. Also folgten sie ihm. Es dauerte jedoch bis Sälen, bis sie ihn eingeholt hatten. Gustav Eriksson Vasa sollte übrigens später König Gustav Vasa I. von Schweden werden.

Als der moderne Lauf im Jahre 1922 zum ersten Mal ausgetragen wurde, gingen 119 Läufer an den Start.  In diesem Jahr haben sich rund 14.000 Läufer registriert.

Quellen: