Filmkritik: No Country For Old Men

Ich war letzte Woche im Kino und habe mir „No Country For Old Men“ angeschaut, den neuen Film der Coen-Brüder („The Big Lebowski“ und „O Brother, Where Art Thou?“). Der Film war für 8 Oscars nominiert und hat 4 davon gewonnen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch und vollkommen gerechtfertigt Bester Nebendarsteller für Javier Bardem).

Wem dieser Film nichts sagt, hier eine kurze Handlungszusammenfassung: Im Texas der Siebziger Jahre findet der Frühpensionär Llewelyn Moss beim Jagen die Überreste eines geplatzten Drogendeals: Zerschossene Autos, die Leichen beider beteiligter Parteien und einen Koffer mit 2 Millionen Dollar. Diesen Koffer nimmt er mit (wer würde das auch nicht tun?) doch damit fangen die Probleme erst an. Zum einen ist die mexikanische Drogenmafia hinter dem Geld her, zum anderen, und das ist noch viel schlimmer für unsere Hauptperson, möchte auch der psychopatische Killer Anton Chigurh den Koffer an sich nehmen. Das Ganze entwickelt sich also zu einem perfiden Katz-und-Maus-Spiel zwischen zwei nicht ebenbürtigen Gegnern im Verlauf dessen eine Menge Blut vergossen wird. Der alternde Sheriff Ed Tom Bell, gespielt von Tommy Lee Jones, erkennt wie die Ereignisse zusammen hängen und versucht Moss aus der Situation zu retten.

Alles in allem ein filmisches Meisterwerk, was bis zum Ende spannend bleibt. Bardem spielt den psychopatischen Killer so überzeugend, dass er einem von der ersten Szene an einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Hinzu kommt Tommy Lee Jones, der bei seinem Charakter trotz dessen Berufsmüdigkeit immer mal wieder eine Men-In-Black-artige Coolness durchschauen lässt, sowie ein leider viel zu kurzer Kurzauftritt von Woody Harrelson. Einige von der Handlung losgelöste Szenen, über die Familiengeschichte des Sheriffs Bell verleihen dem Film ansatzweise etwas David-Lynch-haftes, das man mögen kann oder nicht und was sicherlich auch von der eigenen Einstellung gegenüber den Lynch-Filmen abhängt. Auch wenn dieser Film viel zu plötzlich zu Ende ist und damit noch einige Fragen offen lässt, so stellt sich doch einige Zeit später das zufriedene Gefühl eines guten Films ein. Bei diesem Film hat es übrigens auch nicht geschadet, dass ich in der 4. Reihe saß, denn die schönen Panoramaaufnahmen der texanischen Wüste wirkten dadurch um so beeindruckender, auch wenn es die 6. Reihe sicherlich auch getan hätte.

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