Wie man eine Bachelorarbeit schreibt

Da ich ja nun mit meiner Bachelorarbeit fertig geworden bin, wollte ich einige der Erfahrungen teilen, die ich in den letzten Monaten gemacht habe.

Diese Tipps habe ich im Laufe der letzten Monate gesammelt habe und sie haben mir beim Bewerkstelligen meiner Arbeit geholfen. Sie sind sicherlich nur für Bachelorarbeiten geeignet, sondern auch für alle möglichen anderen Ausarbeitungen. Sicherlich könnte man viele der Punkte als „Common Sense“ verstehen, aber ich halte es dennoch nicht für falsch, sie hier noch einmal zu erwähnen.

Die folgenden Punkte sind eher als allgemeine Regeln aufzufassen und es ist mir auch nicht immer gelungen mich daran zu halten, aber dennoch glaube ich, dass sie mir sehr geholfen haben.

Planung

Mit Planung ist jetzt nicht gemeint, bereits am ersten Tag jeden Tag bis zur Abgabe durchgeplant zu haben. Man sollte sich aber sehr wohl bewusst sein, welche Schritte noch vor einem liegen und wie viel Zeit man ungefähr dafür braucht. Gerade zum Ende hin, wenn die zeitlichen Ressourcen immer knapper werden, wird eine detaillierter Planung immer wichtiger. Zum Punkt Planung gehört auch sich Zwischenziele zu setzten, die man dann Schritt für Schritt erreicht. Dadurch wird der Weg überschaubarer und man kommt nicht so leicht in die Gefahr am Ende der Zeit noch viel zu viel zu tun zu haben. Besonders hilfreich ist es, man diese Ziele nicht nur für sich setzt, sondern auch anderen Menschen mitteilt, was man bis wann erledigt haben möchte. Damit ist man diesen Menschen in gewisser Weise Rechenschaft pflichtig und das steigert die Motivation sich an diese Ziele zu halten.

Um den Überblick der noch anstehenden Aufgaben zu behalten, sollte man ToDo-Listen führen, in denen alle noch offenen Punkte festgehalten sind. Hier zu gibt es eine Vielzahl von Programmen, die einem dabei behilflich sein wollen. Wenn es jedoch auf einzelne Projekte begrenzt ist, bevorzuge ich normale Listen auf Papier. Zwischenzeitlich hatte ich bis zu 5 Blätter, wo ich die noch anstehenden Aufgaben thematisch sortiert hatte. Ganz wichtig dabei ist, jede noch so kleine Kleinigkeit, die einem durch den Kopf schießt und bei der man denkt „Ach ja, das muss ich ja auch noch machen!“, sofort zu eine der Listen hinzu fügt. Damit wird man nicht mehr davon abgelenkt, dass man sich ja noch darum kümmern muss. Außerdem ist so sichergestellt, dass man es nicht wieder vergisst und es am Ende gar nicht erledigt.

Rechtzeitig anfangen

Auch wenn der Abgabetermin am Anfang noch so weit weg ist und es noch viele andere Dinge zu tun gibt, sollte man schon rechtzeitig anfangen. Gegen Ende hin wird die Arbeitsbelastung sowieso höher, aber so kann man zumindest dafür sorgen, dass es später nicht zu viel wird.

Back-Ups, Back-Ups, Back-Ups

Eigentlich sollte das ja eine Selbstverständlichkeit sein, für jeden der viel mit dem Computer umgeht. Leider ist es das jedoch nicht. Es ist aber nun mal eine Tatsache, dass Festplatten hin und wieder kaputt gehen oder USB-Sticks verloren gehen. Meine Empfehlung daher: alle paar Tage die Daten, die für die Arbeit von Bedeutung sind auf einen externen Datenspeicher packen. Gegen Ende, wenn der tägliche Arbeitsaufwand steigt und die Fehlertoleranz für verloren gegangene Daten sinkt, kann diese Rate auf mehrmals tägliches Sichern steigen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann es auch auf mehrere Speicherorte verteilen: externe Festplatte, USB-Stick, etc. Es gibt auch Service, bei denen man die Daten online speichern kann, das allerdings setzt ein gewisses Vertrauen gegenüber den Betreibern der Seite aus. Gleiches gilt, wenn man sich die Daten selber als E-Mailanhang an einen Webmail Account schickt. Wer eigenen Webspace hat, kann auch die Daten dort hochladen, allerdings sollte man da darauf achten, die Berechtigungen für das Verzeichnis und die Dateien so zu setzten, dass von außen nicht zugegriffen werden kann. Es ist sicherlich ärgerlich, wenn man noch etwas Recherche zum Thema betreiben möchte und einem die Suchmaschine die eigene halbfertige Arbeit ausspuckt.

Eigentlich wollte ich es als selbstverständlich voraussetzten, aber ich erwähne jetzt doch besser: regelmäßiges Speichern bei der Bearbeitung des aktuellen Dokuments, kann auch hier den Schaden im Falle eines Programmabsturzes reduzieren.

Know your Tools

Ich habe meine Arbeit mit OpenOffice geschrieben und mich im Laufe der Zeit immer besser in die Zusatzfunktionen eingearbeitet. Optionen bei denen abzusehen war, dass ich sie mehrfach brauche haben gleich eine eigene Tastenkombination bekommen. Gerade die Optionen für automatische Referenzen und Formatierungen haben mir sehr geholfen. Es gibt direkt Bücher zum wissenschaftlichen Schreiben mit OpenOffice. Rückblickend hätte ich mich mal besser vorher da hineinarbeiten sollen, das hätte mir sicherlich einiges anfängliches Suchen und Experimentieren erspart. Sicherlich gibt es auch jetzt noch Funktionen, um die ich nicht weiß, aber die mir geholfen hätten. Ähnliches gilt auch für andere Programme mit denen man arbeitet, wie z.B. IDEs zum Programmieren.

Keine Ablenkung

Ich habe in meinem Browser eine große Sammlung an Bookmarks. Das ist im allgemeinen zwar sehr praktisch, aber damit ist Ablenkung immer nur einen Mausklick entfernt. Um das etwas einzugrenzen habe ich ein neues Firefox-Profil angelegt, in dem ich nur die für die Arbeit relevanten Bookmarks übernommen habe. Ein neues Firefox-Profil legt man an, indem man an, indem man Firefox mit dem ProfilManager startet: „<Firefox-Verzeichnis>/firefox -P -no-remote“, dann legt man dort ein neues Profil an, z.B. „productive“ und das kann man dann starten, indem man eine neue Verknüpfung mit dem Firefox anlegt mit dem Befehl „firefox -P productive -no-remote“). Wer sich auch dann noch in der Gefahr sieht zu viel Zeit auf unwichtigen Seiten zu verschwenden kann sich dann noch zusätzliche AddOns für die Firefox herunterladen, mit denen man bestimmte Seiten blocken kann.

Auch E-Mail und RSS-Reader waren bei mir in dem neuen Profil dann nicht mehr standardmäßig offen, sondern nur noch bei Bedarf, wenn ich gerade Pause gemacht habe. Ebenfalls zur Reduzierung von Ablenkungen trägt es bei entweder Skype ganz auszuschalten oder auf „Beschäftigt“ zu stellen.

Nicht am Schlaf sparen

Weniger zu schlafen um mehr schaffen zu können ist eine Rechnung die nach hinten los geht, denn wer müde ist ist auch unkonzentriert und macht Fehler und diese Fehler wieder zu korrigieren kostet ein Vielfaches der vermeintlich gesparten Zeit. Deshalb sollte es ein wichtige Grundsatz sein, immer ausreichend Schlaf zu bekommen. Damit meine ich jetzt nicht jeden Tag auszuschlafen, aber auf jeden Fall darauf achten Nachts mindestens 6 Stunden Schlaf zu bekommen (diese Zahl kann je nach Person und individuellem Schlafbedürfnis ein wenig abweichen).

Hin und wieder den Kopf frei bekommen

Auch wenn in der Bearbeitungszeit die sozialen Kontakte wahrscheinlich seltener werden, so ist es dennoch ratsam sich nicht vollkommen abzukapseln. Hin und wieder mal mit Freunden was trinken gehen oder ins Kino gehen, hilft den Kopf frei zu bekommen. Auch wenn die Freunde es verstehen sollte, dass man gerade viel zu tun hat (bzw. sie ja teilweise selber an ihren Arbeiten sitzen), so ist es dennoch wichtige die Freundschaften in dieser Zeit nicht ganz verkümmern zu lassen.

Korrekturlesern genug Zeit geben

Das Korrekturlesen sollte man nicht nur allein erledigen, sondern sich von anderen helfen lassen, gerade was umständliche Formulierungen, Tippfehler oder auch logische Brüche im Text angeht. Man selber ist da oft viel zu betriebsblind um solche Fehler zu entdecken. Allerdings sollte man die Texte bevor sie an die Kontrolleure gehen, selber schon einmal Korrektur gelesen haben. Keine Angst, es werden sicher auch dannach noch genug Fehler drin sein, damit sich die Korrekturleser nicht ganz überflüssig fühlen. Ich selber bevorzuge zum Korrekturlesen den Text auf Papier, aber das ist sicherlich eine persönliche Entscheidung. Wichtig ist auch, dass man den Korrekturlesern genug Zeit gibt, um sich den Text anzuschauen. Wenn es Personen aus dem Familien und Freundeskreis sind, so machen die diese Arbeit freiwillig und unentgeltlich und haben sicherlich auch nebenbei noch genügend andere Sachen zu tun. Da ist es nur fair ihnen ausreichend Zeit zu geben. Wenn man selber aber noch an Teilen arbeitet, so kann man auch einfach den Text teilen und ihn Stück für Stück Korrekturlesen lassen. Das macht die Sache zwar etwas schwieriger wenn Absätze später noch umformuliert werden oder ihre Reihenfolge getauscht wird, aber mehrere kleine Texte sind auch für die Leser einfach zu bewältigen als ein großer.

Es genießen

Letzten Endes sollte man nie vergessen, dass man diese Arbeit freiwillig und für sich schreibt. Darüber hinaus hat man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit das Thema selbst gewählt, weil es einem interessiert, Spaß macht und/oder man gut darin ist. Zu wissen, dass man diese Arbeit schreibt, weil man es will, motiviert ganz schön und sorgt dafür das Vertrauen in die eigene Arbeit steigt und man es trotz der zusätzlichen Belastung genießen kann. Und das wiederum schlägt sich dann in der Qualität der Arbeit nieder.

Ich hoffe, dass ich mit diesen Hinweisen wie man eine Bachelorarbeit schreibt, dem ein oder anderen helfen konnte. Ich möchte noch einmal betonen, dass diese Hinweise lediglich auf meinen persönlichen Erfahrungen beruhen und keine zuverlässigere Basis oder Quellen haben.

Wenn ihr selber Erfahrungen und weitere Tipps von ähnlichen Arbeiten habt, so könnt ihr diese Hinweise gerne in den Kommentaren mitteilen.

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2 Antworten auf Wie man eine Bachelorarbeit schreibt

  1. matthias sagt:

    schöne erfahrungen! gute struktur in der vorbereitung halte ich für ungemein nützlich. wichtige dokumente lege ich auf dem desktop ab.

    arbeit und vergnügen trenne ich, indem ich verschiedene browser verwende (opera und safari/mail) – das gilt für mail-ordner ebenso wie für RSS und lesezeichen. für mail-antworten pro tag drei feste zeitzonen einrichten und das ggf. im freundes-/ kollegenkreis kommunizieren.

  2. Melanie sagt:

    Vielen Dank, das du dir die Zeit genommen, um uns an deine erfahrungen teilhaben zu lassen. Dann will ich mich mal schnell ans Werk machen.

    Liebe Grüße
    M.B.

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