{"id":89,"date":"2008-07-23T12:50:23","date_gmt":"2008-07-23T11:50:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.davidfichtmueller.de\/blog\/2008\/07\/wie-man-eine-bachelorarbeit-schreibt\/"},"modified":"2008-07-23T12:50:23","modified_gmt":"2008-07-23T11:50:23","slug":"wie-man-eine-bachelorarbeit-schreibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.davidfichtmueller.de\/blog\/2008\/07\/wie-man-eine-bachelorarbeit-schreibt\/","title":{"rendered":"Wie man eine Bachelorarbeit schreibt"},"content":{"rendered":"<p>Da ich ja nun mit meiner <a href=\"http:\/\/www.davidfichtmueller.de\/blog\/2008\/07\/geschafft\/\" title=\"Blogartikel: Geschafft!\">Bachelorarbeit<\/a> fertig geworden bin, wollte ich einige der Erfahrungen teilen, die ich in den letzten Monaten gemacht habe.<\/p>\n<p>Diese Tipps habe ich im Laufe der letzten Monate gesammelt habe und sie haben mir beim Bewerkstelligen meiner Arbeit geholfen. Sie sind sicherlich nur f\u00fcr Bachelorarbeiten geeignet, sondern auch f\u00fcr alle m\u00f6glichen anderen Ausarbeitungen. Sicherlich k\u00f6nnte man viele der Punkte als &#8222;Common Sense&#8220; verstehen, aber ich halte es dennoch nicht f\u00fcr falsch, sie hier noch einmal zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Die folgenden Punkte sind eher als allgemeine Regeln aufzufassen und es ist mir auch nicht immer gelungen mich daran zu halten, aber dennoch glaube ich, dass sie mir sehr geholfen haben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Planung<\/h3>\n<p>Mit Planung ist jetzt nicht gemeint, bereits am ersten Tag jeden Tag bis zur Abgabe durchgeplant zu haben. Man sollte sich aber sehr wohl bewusst sein, welche Schritte noch vor einem liegen und wie viel Zeit man ungef\u00e4hr daf\u00fcr braucht. Gerade zum Ende hin, wenn die zeitlichen Ressourcen immer knapper werden, wird eine <strong>detaillierter Planung<\/strong> immer wichtiger. Zum Punkt Planung geh\u00f6rt auch sich <strong>Zwischenziele zu setzten<\/strong>, die man dann Schritt f\u00fcr Schritt erreicht. Dadurch wird der Weg \u00fcberschaubarer und man kommt nicht so leicht in die Gefahr am Ende der Zeit noch viel zu viel zu tun zu haben. Besonders hilfreich ist es, man diese Ziele nicht nur f\u00fcr sich setzt, sondern auch anderen Menschen mitteilt, was man bis wann erledigt haben m\u00f6chte. Damit ist man diesen Menschen in gewisser Weise Rechenschaft pflichtig und das steigert die Motivation sich an diese Ziele zu halten.<\/p>\n<p>Um den \u00dcberblick der noch anstehenden Aufgaben zu behalten, sollte man <strong>ToDo-Listen<\/strong> <strong>f\u00fchren<\/strong>, in denen alle noch offenen Punkte festgehalten sind. Hier zu gibt es eine Vielzahl von Programmen, die einem dabei behilflich sein wollen. Wenn es jedoch auf einzelne Projekte begrenzt ist, bevorzuge ich normale Listen auf Papier. Zwischenzeitlich hatte ich bis zu 5 Bl\u00e4tter, wo ich die noch anstehenden Aufgaben thematisch sortiert hatte. Ganz wichtig dabei ist, jede noch so kleine Kleinigkeit, die einem durch den Kopf schie\u00dft und bei der man denkt &#8222;Ach ja, das muss ich ja auch noch machen!&#8220;, sofort zu eine der Listen hinzu f\u00fcgt. Damit wird man nicht mehr davon abgelenkt, dass man sich ja noch darum k\u00fcmmern muss. Au\u00dferdem ist so sichergestellt, dass man es nicht wieder vergisst und es am Ende gar nicht erledigt.<\/p>\n<h3> Rechtzeitig anfangen<\/h3>\n<p>Auch wenn der Abgabetermin am Anfang noch so weit weg ist und es noch viele andere Dinge zu tun gibt, sollte man schon rechtzeitig anfangen. Gegen Ende hin wird die Arbeitsbelastung sowieso h\u00f6her, aber so kann man zumindest daf\u00fcr sorgen, dass es sp\u00e4ter nicht zu viel wird.<\/p>\n<h3>Back-Ups, Back-Ups, Back-Ups<\/h3>\n<p>Eigentlich sollte das ja eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein, f\u00fcr jeden der viel mit dem Computer umgeht. Leider ist es das jedoch nicht. Es ist aber nun mal eine Tatsache, dass Festplatten hin und wieder kaputt gehen oder USB-Sticks verloren gehen. Meine Empfehlung daher: alle paar Tage die Daten, die f\u00fcr die Arbeit von Bedeutung sind auf einen externen Datenspeicher packen. Gegen Ende, wenn der t\u00e4gliche Arbeitsaufwand steigt und die Fehlertoleranz f\u00fcr verloren gegangene Daten sinkt, kann diese Rate auf mehrmals t\u00e4gliches Sichern steigen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann es auch auf mehrere Speicherorte verteilen: externe Festplatte, USB-Stick, etc. Es gibt auch Service, bei denen man die Daten online speichern kann, das allerdings setzt ein gewisses Vertrauen gegen\u00fcber den Betreibern der Seite aus. Gleiches gilt, wenn man sich die Daten selber als E-Mailanhang an einen Webmail Account schickt. Wer eigenen Webspace hat, kann auch die Daten dort hochladen, allerdings sollte man da darauf achten, die Berechtigungen f\u00fcr das Verzeichnis und die Dateien so zu setzten, dass von au\u00dfen nicht zugegriffen werden kann. Es ist sicherlich \u00e4rgerlich, wenn man noch etwas Recherche zum Thema betreiben m\u00f6chte und einem die Suchmaschine die eigene halbfertige Arbeit ausspuckt.<\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich es als selbstverst\u00e4ndlich voraussetzten, aber ich erw\u00e4hne jetzt doch besser: regelm\u00e4\u00dfiges Speichern bei der Bearbeitung des aktuellen Dokuments, kann auch hier den Schaden im Falle eines Programmabsturzes reduzieren.<\/p>\n<h3>Know your Tools<\/h3>\n<p>Ich habe meine Arbeit mit OpenOffice geschrieben und mich im Laufe der Zeit immer besser in die Zusatzfunktionen eingearbeitet. Optionen bei denen abzusehen war, dass ich sie mehrfach brauche haben gleich eine eigene Tastenkombination bekommen. Gerade die Optionen f\u00fcr automatische Referenzen und Formatierungen haben mir sehr geholfen. Es gibt direkt B\u00fccher zum wissenschaftlichen Schreiben mit OpenOffice. R\u00fcckblickend h\u00e4tte ich mich mal besser vorher da hineinarbeiten sollen, das h\u00e4tte mir sicherlich einiges anf\u00e4ngliches Suchen und Experimentieren erspart. Sicherlich gibt es auch jetzt noch Funktionen, um die ich nicht wei\u00df, aber die mir geholfen h\u00e4tten. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr andere Programme mit denen man arbeitet, wie z.B. IDEs zum Programmieren.<\/p>\n<h3>Keine Ablenkung<\/h3>\n<p>Ich habe in meinem Browser eine gro\u00dfe Sammlung an Bookmarks. Das ist im allgemeinen zwar sehr praktisch, aber damit ist Ablenkung immer nur einen Mausklick entfernt. Um das etwas einzugrenzen habe ich ein neues Firefox-Profil angelegt, in dem ich nur die f\u00fcr die Arbeit relevanten Bookmarks \u00fcbernommen habe. Ein neues Firefox-Profil legt man an, indem man an, indem man Firefox mit dem ProfilManager startet: &#8222;&lt;Firefox-Verzeichnis&gt;\/firefox -P -no-remote&#8220;, dann legt man dort ein neues Profil an, z.B. &#8222;productive&#8220; und das kann man dann starten, indem man eine neue Verkn\u00fcpfung mit dem Firefox anlegt mit dem Befehl &#8222;firefox -P productive -no-remote&#8220;). Wer sich auch dann noch in der Gefahr sieht zu viel Zeit auf unwichtigen Seiten zu verschwenden kann sich dann noch zus\u00e4tzliche AddOns f\u00fcr die Firefox herunterladen, mit denen man bestimmte Seiten blocken kann.<\/p>\n<p>Auch E-Mail und RSS-Reader waren bei mir in dem neuen Profil dann nicht mehr standardm\u00e4\u00dfig offen, sondern nur noch bei Bedarf, wenn ich gerade Pause gemacht habe. Ebenfalls zur Reduzierung von Ablenkungen tr\u00e4gt es bei entweder Skype ganz auszuschalten oder auf &#8222;Besch\u00e4ftigt&#8220; zu stellen.<\/p>\n<h3>Nicht am Schlaf sparen<\/h3>\n<p>Weniger zu schlafen um mehr schaffen zu k\u00f6nnen ist eine Rechnung die nach hinten los geht, denn wer m\u00fcde ist ist auch unkonzentriert und macht Fehler und diese Fehler wieder zu korrigieren kostet ein Vielfaches der vermeintlich gesparten Zeit. Deshalb sollte es ein wichtige Grundsatz sein, immer ausreichend Schlaf zu bekommen. Damit meine ich jetzt nicht jeden Tag auszuschlafen, aber auf jeden Fall darauf achten Nachts mindestens 6 Stunden Schlaf zu bekommen (diese Zahl kann je nach Person und individuellem Schlafbed\u00fcrfnis ein wenig abweichen).<\/p>\n<h3>Hin und wieder den Kopf frei bekommen<\/h3>\n<p>Auch wenn in der Bearbeitungszeit die sozialen Kontakte wahrscheinlich seltener werden, so ist es dennoch ratsam sich nicht vollkommen abzukapseln. Hin und wieder mal mit Freunden was trinken gehen oder ins Kino gehen, hilft den Kopf frei zu bekommen. Auch wenn die Freunde es verstehen sollte, dass man gerade viel zu tun hat (bzw. sie ja teilweise selber an ihren Arbeiten sitzen), so ist es dennoch wichtige die Freundschaften in dieser Zeit nicht ganz verk\u00fcmmern zu lassen.<\/p>\n<h3>Korrekturlesern genug Zeit geben<\/h3>\n<p>Das Korrekturlesen sollte man nicht nur allein erledigen, sondern sich von anderen helfen lassen, gerade was umst\u00e4ndliche Formulierungen, Tippfehler oder auch logische Br\u00fcche im Text angeht. Man selber ist da oft viel zu betriebsblind um solche Fehler zu entdecken. Allerdings sollte man die Texte bevor sie an die Kontrolleure gehen, selber schon einmal Korrektur gelesen haben. Keine Angst, es werden sicher auch dannach noch genug Fehler drin sein, damit sich die Korrekturleser nicht ganz \u00fcberfl\u00fcssig f\u00fchlen. Ich selber bevorzuge zum Korrekturlesen den Text auf Papier, aber das ist sicherlich eine pers\u00f6nliche Entscheidung. Wichtig ist auch, dass man den Korrekturlesern genug Zeit gibt, um sich den Text anzuschauen. Wenn es Personen aus dem Familien und Freundeskreis sind, so machen die diese Arbeit freiwillig und unentgeltlich und haben sicherlich auch nebenbei noch gen\u00fcgend andere Sachen zu tun. Da ist es nur fair ihnen ausreichend Zeit zu geben. Wenn man selber aber noch an Teilen arbeitet, so kann man auch einfach den Text teilen und ihn St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck Korrekturlesen lassen. Das macht die Sache zwar etwas schwieriger wenn Abs\u00e4tze sp\u00e4ter noch umformuliert werden oder ihre Reihenfolge getauscht wird, aber mehrere kleine Texte sind auch f\u00fcr die Leser einfach zu bew\u00e4ltigen als ein gro\u00dfer.<\/p>\n<h3>Es genie\u00dfen<\/h3>\n<p>Letzten Endes sollte man nie vergessen, dass man diese Arbeit freiwillig und f\u00fcr sich schreibt. Dar\u00fcber hinaus hat man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit das Thema selbst gew\u00e4hlt, weil es einem interessiert, Spa\u00df macht und\/oder man gut darin ist. Zu wissen, dass man diese Arbeit schreibt, weil man es will, motiviert ganz sch\u00f6n und sorgt daf\u00fcr das Vertrauen in die eigene Arbeit steigt und man es trotz der zus\u00e4tzlichen Belastung genie\u00dfen kann. Und das wiederum schl\u00e4gt sich dann in der Qualit\u00e4t der Arbeit nieder.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass ich mit diesen Hinweisen wie man eine Bachelorarbeit schreibt, dem ein oder anderen helfen konnte. Ich m\u00f6chte noch einmal betonen, dass diese Hinweise lediglich auf meinen pers\u00f6nlichen Erfahrungen beruhen und keine zuverl\u00e4ssigere Basis oder Quellen haben.<\/p>\n<p>Wenn ihr selber Erfahrungen und weitere Tipps von \u00e4hnlichen Arbeiten habt, so k\u00f6nnt ihr diese Hinweise gerne in den Kommentaren mitteilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich ja nun mit meiner Bachelorarbeit fertig geworden bin, wollte ich einige der Erfahrungen teilen, die ich in den letzten Monaten gemacht habe. 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